„Nichts berührt uns wie das Unberührte.”

„Nichts berührt uns wie das Unberührte.”

Um sich Naturpark nennen zu dürfen, müssen besondere Kategorien erfüllt sein. Darunter fällt, dass der Naturraum kaum durch die Menschen beeinflusst ist und sein Schutz an vorderster Stelle steht. Es sind Gebiete, die weitgehend unberührt sind und sich in ihrer Schönheit entfalten können. Sechs Naturparks gibt es in Österreich und drei davon hat danube connects

Um sich Naturpark nennen zu dürfen, müssen besondere Kategorien erfüllt sein. Darunter fällt, dass der Naturraum kaum durch die Menschen beeinflusst ist und sein Schutz an vorderster Stelle steht. Es sind Gebiete, die weitgehend unberührt sind und sich in ihrer Schönheit entfalten können. Sechs Naturparks gibt es in Österreich und drei davon hat danube connects besucht. Was uns besonders berührt hat?
Das Unberührte!

Donau-Auen: Im Reich der Europäischen Sumpfschildkröte
Der Nationalpark Donau-Auen schützt eine der letzten großen und intakten Auenlandschaften Mitteleuropas. Wir erkundeten dieses artenreiche Gebiet.

Es ist sehr kalt. „Zu ungewöhnlich für diese Jahreszeit“, gibt unser Ranger zu .Es ist Anfang Mai und wir messen gerade mal sechs Grad Celsius. Der Wasserpegelist aufgrund des Dauerregensgestiegen. Nun erwartet uns eine fünfstündige Flußfahrt. Wir sind wasserfestbekleidet. Wie heißt es so schön: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung. Nach einem reichhaltigen Frühstück im Hotel Altes Kloster geht es zur schnellfließenden Donau. Wir hieven die Schlauchboote ins Wasser und paddeln auf Kommando des Rangers. Es geht vorbei an unberührten Ufern und Wäldern, deren Dickicht an einen Urwald erinnert. Immer wieder fliegt der bunt
gefiederte Eisvogel an uns vorbei, der hier seinen wichtigsten Brutplatz gefunden hat. Bis 1918 war das Gebiet der Donau-Auen aufgrund des hohen Wildvorkommens kaiserliches Jagdgebiet.
„Nach den verzeichneten Zahlen der erlegten Tiere erinnert es eher an ein Gemetzel“, erzählt uns der Ranger. 1984 haben hier Naturschützer gegen den Bau eines Kraftwerks gekämpft, um den Donau-Altarm zu retten und einen
Nationalpark zu gründen. Seit 1996 darf er sich so nennen und die Ranger arbeiten unermüdlich daran, dieses Stück Land zu retten, das eine Heimat für eine reiche Artenvielfalt bietet.

Ohne Donau gäbe es hier sicherlich keine Europäische Sumpfschildkröte.
Heute ist sie vom Aussterben bedroht und nur dank der intensiven Arbeit der Biologen nimmt ihr Bestand wieder zu, der heute bei etwa 2000 liegt.
Der Hochwasser-Staudamm über einen der Seitenarme ist ein perfekter Nistplatz für die einzige Schildkrötenart Österreichs, die anhand der gelben Punkte gut zu erkennen ist. Sie liebt stehendes Gewässer, das warm ist. Leider haben wir Pech. Als wir sie hier in der freien Wildbahn beobachten wollen, regnet es. Also kein Grund für dieputzigen Tierchen, sich beim beliebten Sonnenbad zu zeigen. Eigentlich haben erwachsene Tiere keine natürlichen Feinde und daher können sie sehr alt werden. Allerdings haben sie weniger Möglichkeiten für Brutplätze, so legen sie ihre Eier nicht verteilt, sondern gezwungen nebeneinander, was den Fuchs erfreut. Die Biologen legen Metallnetze über die Laichplätze, damit die Feinde nicht mehr an die Eier rankommen. Die Löcher des Netzes sind allerdings so groß, dass die geschlüpften Babyschildkröten durch passen.
Wir besuchen das Nationalpark-Zentrum im Schloss Orth, um eines dieser sehr seltenen Exemplare doch noch zu
Gesicht zu bekommen. Es macht Spaß, ihren ruhigen Bewegungenzu folgen. Wir verlassen den Ort, an dem Menschen leben, die sich für den Erhalt dieser Lebewesen so aufopfern mit Dankbarkeit.

 

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